Eure Stadtwärme:
Wilsters Wärme-Zukunft
nimmt Fahrt auf.

Die Wärmeplanung der Stadt Wilster steht. Jetzt haben wir für die identifizierten Prüfgebiete nach der optimalen Wärmequelle gesucht. In einer groß angelegten Machbarkeitsstudie hat sich die Abwärme des neuen SüdLink als beste Option herausgestellt.

Step 1: Infoabend im Colosseum

Um euch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu präsentieren, haben wir am 7. Oktober 2025 einen Info-Abend organisiert. Das Interesse war groß, das Colosseum voll besetzt. Ihr hattet keine Zeit an dem Abend dabei zu sein?

Hier könnt ihr die Präsentation von Werkleiter René Quurk nachlesen.

Step 2: Verständigen, verhandeln, vereinbaren

Inzwischen laufen Gespräche mit der TenneT, der Betreiberin des SüdLink, um über die effiziente und wirtschaftliche Nutzung der Abwärme eine Verabredung zu treffen.

Der Plan ist, 2027 mit den Bauarbeiten zu starten. am Anfang steht dabei eine Energiezentrale vor den Toren Wilsters.

Wir halten euch natürlich über die Fortschritte des Zukunftsprojekts Stadtwärme für Wilster auf dem Laufenden. Und zwar hier auf dieser Seite.

Wärmepumpen-Allianz startet
Die Kommunale Wärmeplanung hat gezeigt: Nicht überall in Wilster wird sich Fernwärme realisieren lassen. Euer Stadtwerke-Verbund hat auch hier eine Lösung entwickelt.

Ihr habt Fragen?

Wir sind für euch da:
stadtwaerme@stadtwerke-steinburg.de

Stadtwärme ist machbar!
Werkleiter René Quurk im Colosseum. Hier ein kurze Zusammenfassung der wichtigsten Infos.

Häufig gestellte Fragen:

Machbarkeitsstudie

Worum geht es in der Machbarkeitsstudie?
Die Machbarkeitsstudie untersucht, wie eine zentrale Wärmeversorgung für Wilster technisch und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Sie soll zeigen, welche Lösungen für die Region sinnvoll und machbar sind.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie?
  • Eine zentrale Wärmeversorgung in Teilen von Wilster ist möglich und sinnvoll.
  • Abwärme (z. B. von Industrieanlagen) ist die beste Energiequelle für die Basisversorgung.
  • Die Studie ist die Grundlage für weitere Planungen und Gespräche, z. B. mit dem Netzbetreiber Tennet.
Welche Herausforderungen gibt es bei dezentralen Lösungen?
  • Wärmepumpen: Schwierigkeiten durch den Denkmalschutz und die Bebauungsstruktur.
  • Pelletkessel: Hoher Platzbedarf und unsichere Brennstoffpreise.
  • Erdgaskessel mit Biomethan: Unsicherheiten bei den Kosten und der Verfügbarkeit von Biomethan.
Welche Varianten für das Wärmenetz wurden geprüft?
Es wurden vier Varianten untersucht:
  1. Nur Kerngebiet: Wärme aus Abwärme, Wärmepumpe, Biomassekessel und Erdgas-Spitzenkessel.
  2. Kerngebiet + erstes Erweiterungsgebiet: Gleiche Energiequellen wie Variante 1.
  3. Gesamtgebiet: Gleiche Energiequellen wie Variante 1.
Wie teuer wird die Stadtwärme circa?
Die Wärmegestehungskosten für das Wärmenetz liegen zwischen 18,5 und 21,5 ct/kWh (Planungsstand Oktober 2025). Vergleichbare dezentrale Lösungen haben folgende geschätzte Kosten:
  • Wärmepumpe: 17,0–21,0 ct/kWh (netto)
  • Pelletkessel: 15,5–20,5 ct/kWh (netto)
  • Erdgaskessel mit Biomethanbeimischung: 16,0–23,0 ct/kWh (netto)
Welche Gebiete sollen vom Wärmenetz versorgt werden?
Das Wärmenetz ist in drei Abschnitte unterteilt:
  1. Kerngebiet: 80 % der Haushalte mit 14.297 MWh Wärmebedarf.
  2. Erweiterungsgebiet: 75 % der Haushalte mit 16.863 MWh Wärmebedarf.
  3. Gesamtgebiet: 70 % der Haushalte mit 17.335 MWh Wärmebedarf.
Wie lang ist das geplante Wärmenetz?
Die Gesamtlänge des Wärmenetzes beträgt 12,2 km:
  • Kerngebiet: 7,2 km
  • Zuleitungen: 1,5 km
  • Erweiterungsgebiete: 3,5 km
Wie soll eure Stadtwärme künftig erzeugt werden?
Die Hauptenergiequellen sind:
  • Abwärme des SüdLink.
  • Wärmepumpen (nutzen Umweltwärme)
  • Biomassekessel (erzeugen Wärme aus Holzhackschnitzeln)
  • Erdgas-Spitzenkessel (Wärme für Spitzenlasten an besonders kalten Tagen)
Wie sieht der voraussichtliche Zeitplan für die Umsetzung aus?
tbd
Welche Straßen werden vor allem von Bauarbeiten betroffen?
Die Haupttrasse des Wärmenetzes soll durch folgende Straßen verlaufen:
  • Kohlmarkt
  • Burger Straße
  • Am Markt
  • Taggstraße
  • Deichstraße (teilweise)
  • Sonninstraße

Fernwärme

Was ist Fernwärme?
Fernwärme ist eine zentrale Wärmeversorgung, bei der Wärme in einer zentralen Anlage erzeugt und über ein Netz von isolierten Rohren direkt zu Gebäuden transportiert wird. Sie kann für Heizung und Warmwasser genutzt werden.
Wie wird Fernwärme erzeugt?
  • Fernwärme kann aus verschiedenen Energiequellen erzeugt werden, z. B. durch Abwärme aus Kraftwerken oder Industrieanlagen.
  • Erneuerbare Energien wie Solarthermie oder Biomasse.
  • Wärmepumpen, die Umweltwärme nutzen.
  • Fossile Brennstoffe wie Erdgas (meist als Ergänzung für Spitzenlastzeiten).
Warum ist Fernwärme umweltfreundlich?
Fernwärme ist oft umweltfreundlicher als dezentrale Heizungen, weil sie:
  • Abwärme nutzt, die sonst ungenutzt verloren gehen würde.
  • Erneuerbare Energien wie Biomasse oder Solarenergie einbinden kann.
  • Große, zentrale Anlagen effizienter arbeiten als viele kleine Heizsysteme.
Was sind die Vorteile von Fernwärme?
  • Klimaschutz: Die Nutzung erneuerbarer Energien und Abwärme wird vorangetrieben.
  • Komfort: Keine eigene Heizungsanlage nötig, da Wärme direkt geliefert wird.
  • Platzsparend: Kein Heizkessel oder Brennstofflager im Haus.
  • Weniger Wartung: Die zentrale Anlage wird vom Anbieter gewartet.
  • Zuverlässige Versorgung: Fernwärme ist in der Regel sehr ausfallsicher.
Gibt es Nachteile bei der Fernwärme?
  • Abhängigkeit: Man ist an einen Anbieter gebunden und kann nicht einfach wechseln.
  • Anschlusskosten: Der Bau eines Fernwärmenetzes und der Anschluss von Gebäuden können anfänglich teuer sein.
  • Eignung: Fernwärme lohnt sich oft nur in dicht besiedelten Gebieten mit vielen angeschlossenen Häusern.
Wie erfolgt der Anschluss an ein Fernwärmenetz?
  • Das Haus wird über eine sogenannte Übergabestation mit dem Fernwärmenetz verbunden.
  • In der Übergabestation wird die Wärme aus dem Netz an das Heizsystem des Hauses übertragen.
  • Die Installation erfolgt durch den Versorger oder eine Installationsfirma. Die Kosten für den Anschluss hängen u. a. von der Entfernung zur Haupttrasse ab.
Wie wird Fernwärme abgerechnet?
  • Arbeitspreis: Kosten für die verbrauchte Wärmeenergie (pro Kilowattstunde, z. B. ct/kWh).
  • Grundpreis: Monatliche Pauschale für den Betrieb, die Bereitstellung und Wartung.
  • Anschlusskosten: Einmalige Kosten für den Anschluss an das Fernwärmenetz.
Ist ein Anschluss an die Fernwärme Pflicht?
Das hängt von den kommunalen Vorgaben ab. In einigen Regionen gibt es Anschlusszwänge für bestimmte Gebiete, um die Nutzung der Fernwärme zu fördern und die Klimaziele zu erreichen.
Was passiert, wenn mein Haus weiter vom Fernwärmenetz entfernt liegt?
Die Anschlusskosten können höher sein. In der Regel wird eine Verbindung zu Häusern bevorzugt, die entlang der Haupttrasse liegen. Der Ausbau erfolgt dann schrittweise in Richtung weiterer Gebiete.
Wie zuverlässig ist die Versorgung mit Fernwärme?
Fernwärme gilt als sehr zuverlässig, da die zentralen Anlagen regelmäßig gewartet werden und meist über mehrere Energiequellen verfügen. Sollte eine Quelle ausfallen, kann dann eine andere übernehmen.
Kann ich mein Haus auch später an ein Fernwärmenetz anschließen?
Ja, das ist möglich. Der Anschluss kann auch nachträglich erfolgen, wenn das Gebäude in der Nähe eines bestehenden Netzes liegt. Die Kosten für den Anschluss können jedoch höher sein, wenn die Leitungen aus größerer Entfernung ans Haus verlegt werden müssen.
Ist Fernwärme für jedes Gebäude geeignet?
Fernwärme ist besonders für Gebäude in dicht besiedelten Gebieten geeignet, da die Verlegung der Leitungen dann wirtschaftlicher ist. In ländlichen Gegenden oder bei sehr kleinen Gebäuden kann eine dezentrale Heizlösung sinnvoller sein.
Welche gesetzlichen Vorgaben gibt es für Fernwärmenetze?
  • Bis 2030: Mindestens 30 % der Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien.
  • Bis 2040: Mindestens 80 % erneuerbare Energien.
  • Bei Neubauten müssen direkt 75 % erneuerbare Energien verwendet werden.

Technische Begriffe – rasch erklärt

Abwärme
Wärme, die als Nebenprodukt bei Industrieprozessen entsteht und genutzt werden kann.
BEHG
Brennstoffemissionshandelsgesetz – regelt die CO₂-Bepreisung für Brennstoffe.
Biomassekessel
Heizkessel, der Biomasse wie Holz oder Pflanzenmaterial verbrennt, um Wärme zu erzeugen.
Erdgas-Spitzenkessel
Heizkessel, der mit Erdgas betrieben wird und bei besonders hohem Wärmebedarf einspringt.
Fernwärme
Zentrale Wärmeversorgung, bei der Wärme über ein Netz zu den Verbrauchern transportiert wird.
Kommunale Wärmeplanung
Konzept zur nachhaltigen und langfristigen Gestaltung der Wärmeversorgung in einer Gemeinde.
Tiefbaumaßnahmen
Bauarbeiten unter der Erde, z. B. für Leitungen und Rohre.
Wärmegestehungskosten
Die Gesamtkosten, die bei der Erzeugung von Wärme entstehen. Dazu zählen Kosten für Brennstoffe, Betrieb, Wartung, Investitionen in die Infrastruktur sowie mögliche Unsicherheiten (z. B. durch schwankende Energiepreise). Diese Kosten werden pro erzeugter Kilowattstunde Wärme angegeben (z. B. in ct/kWh).
Wärmeliniendichte
Maß dafür, wie viel Wärmebedarf in einer bestimmten geografischen Fläche besteht.
Wärmepumpe
Gerät, das Umweltwärme (z. B. aus der Luft oder dem Boden) nutzt, um Gebäude zu heizen.